Afghane - Rassebschreibung

 

 

Größe:Rüde 68-74cm,Hündin 63-69cm

 

Gewicht: 23-35kg

 

Fell: lang und seidig, im Gesicht und am Sattel entlang des Rückens kurz
und dicht

 

Farbe: alle Farben erlaubt

 

häufige Krankheiten: eher selten Herzkrankheiten, Krebs, HD

 

Lebenserwartung: 12 Jahre

 

Geschichte

 

Die Geschichte des Afghanischen Windhundes ist nicht genau bekannt. Man vermutet, dass er von Salukis abstammt, die mit Kaufleuten vor über 2000 Jahren von Persien nach Afghanistan kamen. Das rauhe Klima in Afghanistan begünstigte die Herausbildung des dichten, langen Haarkleides.

Genutzt wurde der Windhund für die Jagd auf Schakale, Gazellen und anderes großes, schnelles Wild. Er folgt dem Wild eigenständig, ohne enge Zusammenarbeit mit den menschlichen Jägern. So zeichnen ihn große Ausdauer, viel Jagdtrieb auf Sicht und Robustheit aus.

In Afghanistan gibt es den kräftigeren, stärker behaarten Typ, der zur Jagd im Gebirge eingesetzt wurde und den schmaleren, schnelleren und weniger behaarten Typ, der mehr dem Saluki ähnelt, und zur Jagd in der Steppe genutzt wurde. Gezüchtet wurde nach Leistung, weniger nach dem Äußeren. Da der Windhund eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Familie spielte, wurde er meist hoch geschätzt, im Gegensatz zu den im arabischen Raum eher verachteten restlichen Hunderassen.

Erst um 1900 kamen die ersten Afghanischen Windhunde mit britischen Soldaten nach Europa. Schnell fand der Afghane durch sein edles Aussehen Anhänger und wurde zum Statussymbol für Wohlhabende und den Adel. Einige Legenden trugen zu seinem Ansehen bei. So erzählt man, dass Afghanen auf Noah`s Arche die Sintflut überlebten. Zur Zucht in Europa wurde sowohl der Gebirgs- als auch der Flachlandtyp verwendet und miteinander gekreuzt. Zu Beginn der Zucht in England gab es nur wenige Vertreter der Rasse, so musste mit dem gezüchtet werden, was jeweils verfügbar war. Durchgesetzt hat sich schließlich der langhaarige Bergtyp. 1926 wurde die Rasse in England und in den USA offiziell anerkannt.

Noch heute ist der Afghane durch sein unabhängiges Wesen, seine Größe und seinen starken Jagdtrieb kein Hund für Jedermann. Dennoch ist er der beliebteste unter den Windhunden. Gehalten wird er hauptsächlich als Renn- oder Ausstellungshund, weniger als reiner Familienhund. Vor allem in den USA geht der Trend in Richtung immer üppigeren und längeren Fells, für Hunderennen sind diese Afghanen jedoch kaum noch geeignet.

 

 

Verhalten und Wesen

 

 

Durch seine ursprüngliche Verwendung als Einzeljäger, bringt der Afghane viel Eigenständigkeit mit, die eine Erziehung zum Gehorsam nicht immer einfach macht. Die Grundregeln des Zusammenlebens und ein gewisser Grundgehorsam können ihm durch viel liebevolle, geduldige Konsequenz dennoch beigebracht werden. Zumindest so lange sich die Wünsche seines Besitzers in etwa mit seinen eigenen decken und nichts wichtigeres seine Aufmerksamkeit einnimmt. In erster Linie ist dabei Wild zu nennen oder auch Nachbars Katze. Freilauf ist kaum möglich, da der Afghane bei Jagdreizen, oder auch aus reiner Lauflust, auf und davon ist. Er hat kein Problem damit, sich dabei über längere Zeit außer Sicht- und Rufweite seines Besitzers aufzuhalten. Mittels Gewalt wird man bei einem Afghanen nichts daran ändern können, es sei denn, man strebt einen gebrochenen Hund an, der nichts mehr von der Lebenslust und dem Stolz des Afghanen inne hat. Afghanen sind eher sensibel, so dass sie über Härte generell nicht ausbildbar sind, sondern eher misstrauisch und scheu werden.

Im Haus ist der Afghane windhundtypisch unaufdringlich, sanft und ruhig. Menschen gegenüber ist er eher zurückhaltend, bei Fremden mitunter auch wachsam, aber ohne Schutztrieb. Er prägt sich fest ein, wer es gut und wer es schlecht mit ihm meint. Bellen hört man ihn nur selten. Auf Spaziergängen ist der Afghane fröhlich, verspielt und neugierig und gerne überall mit dabei.

 

 

Haltung und Pflege

 

Der Afghane ist ein Liebhaberhund für Menschen, die sein unabhängiges, stolzes Wesen schätzen, ihm auch ohne Freilauf auf Spaziergängen genügend Bewegung verschaffen können und die sehr anspruchsvolle Fellpflege nicht scheuen. Ein „Anfängerhund“ ist er nicht. Trotz des starken Hetztriebes kann der Afghane an andere Haustiere, wie z.B. Wohnungs-Katzen, gewöhnt werden. Außerhalb des Hauses ist Freilauf mit Kleintieren dagegen kaum möglich. Mit vernünftigen Kindern kommt der Afghane in der Regel gut aus. Rückzugsorte sollten akzeptiert werden und selbstverständlich stellt ein Hund kein Kinderspielzeug dar. Da junge Afghanen sehr stürmisch sein können und die Rasse recht groß ist, muss auch dem Afghanen sorgsam beigebracht werden, welches Verhalten Kindern gegenüber angemessen ist.

 

Ausgesprochen aufwendig ist die Pflege des Haarkleides. Wenn man nicht bereit ist, mehrere Stunden pro Woche in die Fellpflege zu investieren, sollte man von der Anschaffung eines Afghanen absehen. Nach jedem Spaziergang müssen vorsichtig Blätter, kleine Fellknötchen und Ästchen aus dem Fell entfernt werden. Mindestens einmal die Woche sollte der Afghane gründlich durchgebürstet werden. Dies ist recht aufwendig, da das Fell lagenweise gebürstet wird und Knoten und Verfilzungen vorsichtig von Hand gelöst werden sollten. Etwa alle 3 Wochen steht ein Bad mit anschließender Spülung an. Dies erleichtert auch das anschließende Bürsten. Das Fell darf dabei keinesfalls trocken gerubbelt werden, ein Föhn ist hilfreich. Das Fell muss allgemein sehr vorsichtig gebürstet werden, sonst reißt man zu viele Haare aus. An diese Prozedur gewöhnt man am besten schon den ganz jungen Hund, damit er es später anstandslos hinnimmt. Das Fell an Hals und Rücken wird gezupft, nicht geschoren. Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gesäubert werden. Beim Fressen empfiehlt es sich, die Ohren mit so genannten Snoots (Hauben) zu schützen. Die Ohren hängen sonst ins Futter, so dass das Fell schmutzig wird und verklebt. Bei unzureichender Pflege verfilzt das Fell rasch und ist dann kaum noch zu retten. Ein gut gepflegter Afghane dagegen hat, neben dem wunderschönen Fell, kaum Hundegeruch und verliert auch nur wenig Haare

 

 

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